Halle-n-acht

Zeitungsausschnitt aus der Neuen Zuger Zeitung vom 10.2.97:

Guggerinnen und Gugger unter sich

von Mischtian Peter Chreier

Also im grossen und ganzen waren die Gugger unter sich an der freitagnächtlichen oder wohl doch eher samstagmorgendlichen Halle-n-acht in den Zuger Stierenstallungen. Einige Individualistinnen und Individualisten stachen zwar unverkennbar aus der Masse der Uniformierten heraus (so gab mir beispielsweise Martina Hingis ein Autogramm, ein Engel lieh mir den Heiligenschein, und dann küsste mich auch noch jene kesse Teufelin ...), der Rest aber war guggenmusique pour la guggenmusique - oder so.

Vor Mitternacht war's kühl in der stieren Halle, stimmungs- wie celsiusmässig. Das lag hauptsächlich am etwas mageren Publikumsaufmarsch. Als dann der lustigen Leiber doch noch etwas mehr wurden, als die Crowd rund um die Bühne sich zu verdichten und als manch eine(r) zu tanzen und schwitzen begann, da wurde es nach und nach wärmer - auch ums Herz.

Normclowns und Kuschelrocker(-innen) in trauter Vielsamkeit.

Alle Halle-n-acht-ung, was die Leistung der Zuger Guggerinnen und Gugger angeht. Der Trend zu Kleinformationen hält an, derjenige zu ausgefallenen Verkleidungen, die zum Teil gar keine sind, im übrigen auch. Tröten ist out, üben in. Was der 97er Ausgabe der Halle-n-acht aber fehlte, das war eine gehörige Portion Groove. Kuschelrock ist ja völlig in Ordnung, und auch an filigranen, beinahe kammermusikalischen Arrangements von Filmmusik und Schlagern durfte man seine helle Freude haben; aber ab und zu eine schnelle Nummer wäre doch auch nicht zu verachten - gerade an der Fasnacht, oder?!


 

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